Auswirkungen der Hitzewelle Ende Juni auf ärztliche Arbeitsbedingungen und Patientensicherheit

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Hitzewelle vom 18. bis 29. Juni 2026 hat nach zahlreichen Rückmeldungen aus Kliniken und Praxen die Versorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erheblich belastet. Der Marburger Bund NRW/RLP möchte diese ärztlichen Erfahrungen systematisch dokumentieren.

Ihre Antworten helfen uns, die Folgen von Extremhitze für ärztliche Arbeitsbedingungen, Patientensicherheit und Versorgungskapazität belastbar darzustellen – gegenüber Arbeitgebern, Politik, Kostenträgern und Öffentlichkeit.

Wir bitten Sie ausdrücklich um Ihre fachliche ärztliche Einschätzung aus dem eigenen Arbeitsbereich. Es geht nicht um die Bewertung einzelner Behandlungsverläufe oder individueller Verantwortlichkeiten, sondern um strukturelle Bedingungen, Arbeitsfähigkeit und Versorgungssicherheit während der Hitzewelle.

Die Beantwortung dauert gut sieben Minuten. Bitte beziehen Sie Ihre Antworten auf den Zeitraum der Hitzewelle (18.–29. Juni 2026), soweit nicht anders angegeben. Die Umfrage ist anonym angelegt.
1.In welchem Bereich waren Sie während der Hitzewelle überwiegend tätig?
2.Bundesland Ihrer Tätigkeit:
3.Trägerschaft Ihrer Einrichtung:
4.Wie hat sich das Patientenaufkommen in Ihrem Arbeitsbereich während der Hitzewelle gegenüber einem vergleichbaren Normalzeitraum verändert?
5.Welcher Anteil davon war nach Ihrer Einschätzung hitzeassoziiert (z. B. Exsikkose, Hitzschlag, Synkopen, Dekompensation von Vorerkrankungen)?
6.Welche Lufttemperaturen herrschten auf dem Höhepunkt der Hitzewelle (26.–28. Juni) nach Ihrer Wahrnehmung bzw. nach vorhandenen Messungen typischerweise in Ihrem Hauptarbeitsbereich?
7.Worauf beruht Ihre Angabe?
8.Welche Bereiche Ihrer Einrichtung waren wirksam gekühlt (Klimatisierung oder gleichwertig)?
durchgehend
teilweise
gar nicht
weiß nicht
Patientenzimmer (Normalstation)
Intensivstation / IMC
Notaufnahme
OP-Bereich
Arbeits- und Aufenthaltsräume des Personals
9.Konkrete Ereignisse während der Hitzewelle: Wie häufig haben Sie in Ihrem Arbeitsbereich Folgendes erlebt?
nie
vereinzelt
mehrfach
(nahezu) täglich
kann ich nicht beurteilen
Ausfall oder Störung von Medizintechnik (z. B. hitzebedingte Abschaltung, Fehlfunktion)
Ausfall oder Störung von IT-Systemen (KIS, PDMS, Server)
Hitzebedingte Krankmeldungen oder Dienstunfähigkeit beim Personal in der Krankenversorgung
Einspringen aus dem Frei / kurzfristige Dienstplanänderungen
Relevante Verzögerungen von Diagnostik oder Behandlung
Einschränkung oder Schließung einzelner Räume / Bereiche wegen Überhitzung
Verlegung von Patientinnen und Patienten innerhalb der Einrichtung wegen Hitze / fehlender Kühlung
Abmeldung der Notaufnahme von der Rettungsdienst-Zuweisung
Verschiebung elektiver Eingriffe
Unterstützung durch Katastrophenschutz / externe Kräfte
10.Welche Note geben Sie der Patientensicherheit in Ihrem Arbeitsbereich – im Normalbetrieb und während der Hitzewelle?
A – ausgezeichnet
B – sehr gut
C – akzeptabel
D – schlecht
E – mangelhaft
Im Normalbetrieb
Während der Hitzewelle
11.Bitte bewerten Sie die folgenden Aussagen:
stimme voll zu
stimme eher zu
teils / teils
stimme eher nicht zu
stimme gar nicht zu
kann ich nicht beurteilen
Ein sicherer Krankenhausbetrieb war in meinem Arbeitsbereich jederzeit gewährleistet.
Es gab Situationen, in denen die Versorgung nur durch Improvisation oder glückliche Umstände aufrechterhalten werden konnte.
Die Patientensicherheit war zeitweise konkret gefährdet.
12.Gefährdungslagen durch Bedingungen in der Einrichtung
stimme voll zu
stimme eher zu
teils / teils
stimme eher nicht zu
stimme gar nicht zu
kann ich nicht beurteilen
Die baulich-technischen Bedingungen (insbesondere überhitzte Patientenbereiche) haben das Risiko für schwerwiegende Patientenschäden erhöht.
Die Personal- und Auslastungssituation hat das Risiko für schwerwiegende Patientenschäden erhöht.
Nach meiner fachlichen Einschätzung bestand ein relevantes Risiko, dass die Bedingungen in meiner Einrichtung zu vermeidbaren Patientenschäden beitragen konnten.
13.Wurden die Gefährdungslagen in Ihrem Bereich über die dafür vorgesehenen Instrumente angezeigt (Gefährdungs- oder Überlastungsanzeige, CIRS-Meldung)?
14.Haben Sie Ihre eigene Gesundheit gefährdet oder beeinträchtigt, um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten?
15.Welche Schutzmaßnahmen standen Ihnen während der Dienste zur Verfügung? (Mehrfachnennung möglich)
16.Falls Sie möchten: Was ist passiert? (ohne personen- oder einrichtungsbezogene Angaben)
17.Ihre Wahrnehmung: Vorbereitung und Unterstützung
stimme voll zu
stimme eher zu
teils / teils
stimme eher nicht zu
stimme gar nicht zu
kann ich nicht beurteilen
Meine Einrichtung war organisatorisch auf die Hitzewelle vorbereitet (z. B. Hitzeschutzplan, klare Zuständigkeiten).
Die Unterstützung durch meinen Arbeitgeber / Träger war aus meiner Sicht ausreichend.
Die Unterstützung durch Politik und Behörden war aus meiner Sicht ausreichend.
Ich habe mich während der Hitzewelle mit der Belastung allein gelassen gefühlt.
Ich habe mich während der Hitzewelle dauerhaft überlastet gefühlt.
Auf eine vergleichbare Hitzewelle im Hochsommer wäre meine Einrichtung künftig vorbereitet.
18.Schildern Sie eine konkrete Situation aus der Hitzewelle, die aus Ihrer Sicht dokumentiert werden sollte – ohne personen-, patienten- oder einrichtungsbezogene Angaben.
19.Was muss aus Ihrer Sicht vorrangig geschehen, damit sich diese Situation nicht wiederholt? Bitte wählen Sie maximal drei Punkte aus.
Vielen Dank für Ihre Teilnahme!